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F2P-Spiele (Free-to-play) können Eltern Tausende von Euro kosten – wie sich das vermeiden lässt

F-Secure Deutschland

18.08.16 5 Minuten Lesezeit

Es ist ein altbekanntes Problem, aber es ist wieder in den Schlagzeilen: Die Diskussion um sogenannte Free-to-play-Spiele basierend auf In-App-Käufen. Dieses mal steht Pokémon Go in der Kritik. Bei solchen Spiele kann man gleich anfangen und lange spielen. Das Spiel ist der reinste Suchtfaktor. Doch dann kommt der Moment, bei dem man ohne den Kauf virtueller Güter im Spiel nicht mehr weiter kommt. Kein Problem! Die im Spiel erhältlichen Güter – meist Juwelen, Gold oder sonstige Gems – können gekauft werden, so dass sich Spieler daraus einen Vorteil verschaffen können. Für Spieleentwickler ist dies ohne Zweifel ein profitables Modell. Man nennt dieses Modell auch Pay-to-win, also “Bezahle, um zu gewinnen”. Und Pokémon Go ist hier direkt an die Spitze hochgeschossen. Supercell beispielsweise, ein in Finnland ansässiger Hersteller von Clash of Clans, berichtet ständig über schöne Gewinne.

Bei Erwachsenen mit einem Suchtpotenzial kann das natürlich Probleme verursachen, aber die wirklichen Probleme entstehen, wenn Kinder süchtig werden. Es gibt zahlreiche veröffentlichte Berichte über Kinder, die Einkäufe für Hunderte oder sogar Tausende von Euros tätigen, oft ohne auch nur zu verstehen, wie viel sie gerade ausgegeben haben. Dies kann für eine Weile weitergehen, bis die Kreditkartenabrechnung kommt – und dann ist es zu spät. Die Chancen auf eine Rückerstattung liegen irgendwo zwischen unwahrscheinlich und gar nicht.

Aber wie kann es dazu kommen? Schauen wir uns die häufigsten Szenarien an.

  • Ihr Kind hat das neue Gerät eingerichtet und das benötigte Konto bei Apple oder Google angelegt. Alles ist gut, bis es eine App haben will, die nicht kostenfrei ist. Sie geben dem Kind ihre Kreditkarte, um den Kauf zu tätigen, aber Sie achten nicht auf die Sicherheitseinstellungen. Dies kann Ihrem Kind freie Bahn geben, alles zu kaufen, was es mag, und Sie zahlen die Rechnung.
  • Sie haben Ihre Kreditkarte angegeben, aber das App-Store-Konto ihres Kindes so eingestellt, dass nur Sie das Passwort kennen, das für jeden Kauf erforderlich ist. Es gibt aber einige praktische Einstellungen, um innerhalb eines begrenzten Zeitfensters, nachdem das Passwort eingegeben wurde, Einkäufe ohne Passwort tätigen zu können. Kinder lernen sehr schnell, diese Gelegenheit zu nutzen.
  • Angenommen, Sie haben die gleichen Einstellungen wie im vorherigen Punkt, aber mit den richtigen Sicherheitseinstellungen. Nun wird das Passwort für jeden Kauf benötigt. Das App-Store-Konto ist aber immer noch im Besitz des Kindes und das Passwort kann zurückgesetzt werden. Der Passwort-Reset-Link wird an die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer ihres Kindes gesendet. Es ist wieder eine Blankovollmacht zum Einkaufen – mit neuem Passwort.
  • OK, Sie erstellen für das Telefon Ihres Kindes ein Konto, das sie besitzen. Es ist gebunden an Ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer, damit der Trick mit dem Zurücksetzen des Passworts nicht mehr funktionieren sollte. Sie lassen Ihr Telefon kurz liegen, ihr Kind hat bereits auf die Gelegenheit gewartet und initiiert die Passwort-Reset-Anfrage. Ihr Telefon liegt auf dem Tisch, mit dem Reset-Link in der Mail. Sie können sich den Rest wahrscheinlich schon denken.
  • Und natürlich die einfache Alternative: Sie denken, dass das App-Store-Passwort auf dem Gerät Ihres Kindes geheim ist. Aber in Wirklichkeit ist es entweder leicht zu erraten oder Ihr Kind schaut Ihnen über die Schulter.

Es gibt viele Dinge, die schief gehen können, aber was können wir tun, um dies zu vermeiden? Es gibt auch viele Möglichkeiten, dieses Problem zu bekämpfen, aber das ist unserer Meinung nach der beste Ansatz:

  1. Lassen Sie das Kind das App-Store-Konto auf dem Gerät einrichten und eigene Passwörter wählen; genau wie ein Erwachsener ein Telefon verwenden würde, außer dass keine Zahlungsmethode registriert ist.
  2. Geben Sie niemals Ihre Kreditkartennummer auf dem Gerät des Kindes ein.
  3. Auf Android-Geräten sollten Sie sich mit Google Play Family vertraut machen. Diese Funktion ermöglicht es Ihnen, Sachen für Ihr Kind auf dem eigenen Gerät zu kaufen.
  4. Auf das iPhone können Sie Apps oder Geld als Geschenk senden.
  5. Es kann Apps geben, die den App Store umgehen und Kreditkartentransaktionen direkt abwickeln. Dies kann in der Regel mit Gutscheinen oder anderen Prepaid-Zahlungsmethoden erfolgen. Die Anwendung führt in der Regel die Benutzer und listet alle unterstützten Methoden auf.

Lassen Sie uns auch einen Blick auf die harte Tour nehmen. Befolgen Sie diese Anweisungen, wenn Sie aus verschiedenen Gründen Ihre Kreditkarte als Zahlungsmethode auf dem Gerät des Kindes registriert haben müssen.

  1. Stellen Sie sicher, dass der App-Store-Zugang mit einem guten Passwort geschützt ist, dass nur Sie kennen.
  2. Stellen Sie sicher, dass das Kind Sie nicht aus der Nähe beobachtet, wenn Sie es eingeben.
  3. Stellen Sie sicher, dass das App-Store-Konto so eingerichtet ist, dass jedes Mal das Passwort benötigt wird, wenn ein Kauf erfolgt.
  4. Stellen Sie sicher, dass das App-Store-Konto an eine E-Mail-Adresse gebunden ist, auf die nur Sie Zugriff haben. Stellen Sie sicher, dass das E-Mail-Passwort effektiv und Ihrem Kind nicht bekannt ist.
  5. Stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Sicherheitseinstellungen auf ihrem Telefon vorgenommen haben. Verwenden Sie eine PIN oder ein Passwort, die Ihr Kind nicht kennt, und stellen Sie sicher, dass es sich automatisch schnell genug sperrt. Noch besser ist es, wenn Sie die E-Mail-Adresse des App-Store-Kontos Ihres Kindes nicht auf Ihrem Handy haben. Greifen Sie darauf über Web-Mail zu, wenn nötig.

Dies ist doch ein ziemlich komplexes Thema. Es gibt viele Variationen und andere Möglichkeiten, um mit dem Problem fertig zu werden. Haben wir einige einfache und clevere Optionen vergessen? Schreiben Sie einen Kommentar, wenn Sie denken, dass dies der Fall ist.

Und schlussendlich, ja, es gibt auch viele Möglichkeiten, die Kinder gänzlich aus dem App-Store auszusperren. Dies löst zweifelsohne keine Probleme, sondern verlagert sie nur. Unsere Kinder werden noch ihr ganzes Leben in einer Welt leben, in der digitale Geräte und Dienste so natürlich wie das Atmen sind. Unser Kinder verdienen die Möglichkeit, jetzt zu beginnen, dafür zu üben. Lassen Sie sie den App-Store durchstöbern und lustige Sachen entdecken – sowie Teil der Gruppe sein und die gleichen Apps wie ihre Freunde nutzen. Lassen Sie sie Spaß haben mit dem Smartphone und lernen, auch wenn sie einige Dinge auf die harte Tour lernen. Verwehren Sie dem Kind diese Möglichkeiten nicht von vornherein.

F-Secure Deutschland

18.08.16 5 Minuten Lesezeit

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